und genau dort bin ich jetzt gelandet. Nach einer Zugreise, die in mehrerer Hinsicht erlebnisreich war - sowohl im positiven als auch im negativen Sinne.
Zuerst hatte ich das Pech im letzten Wagen untergebracht zu werden, der direkt hinter dem Speisewagen angebracht war. Dieser einzige russische Wagen hatte mit Abstand die unfreundlichsten Schaffner und auch die am schwersten zugaenglichen Mitreisenden. Doch nach den ersten kulturellen Missverstaendnissen habe ich mich nicht nur mit meinen Abteilnachbarn angefreundet und konnte so mein russisch um mehrere 100% verbessern - was nicht bedeutet dass ich jetzt schon fehlerfrei ein Bier bestellen koennte, aber immerhin fuehle ich mich jetzt in der Lage schoenen Frauen Komplimente zu machen (krasivaja diwuschka). Daraufhin hat mich auch unsere Chefkoechin, eine richtige babuschka mit 150 kilo Kapmpfgewicht ins Herz geschlossen und mich jeden Tag zum Essen eingeladen. Manchmal hatte ich das Gefuehl, sie hat vor sich einen ihr ebenbuertigen Mann heranzuzuechten. Das hat sie, Gott sei Dank, nicht geschafft.
Auch ansonsten habe ich sehr nette Bekanntschaften gemacht, interessanterweise ist mir gleich auf der ersten Station irgendwo im tiefsten Russland ein ehemaliger Unikollege, Philipp, in die Arem gelaufen. Es war etwas verwunderlich ploetzlich ein "Flo? Was machst du denn hier?" von der Seite schallen zu hoeren. Ich hatte zwar nicht vor auf meiner Reise alte Bekanntschaften wieder aufleben zu lassen, aber es ist doch sehr schoen vertraute Gesichter in der Fremde zu sehen. Dies hat auch den netten Nebeneffekt, dass ich nun in Peking Anlaufstelle und Unterkunft haben werde, dorthin verschlaegt es Philipp naemlich zum Studium.
Ansonsten war die Transsib eine grossartige Erfahrung, ich war noch nie so schnell im Urlaub angekommen. Das liegt einfach an der schon fast surrealen Zeitwahrnehmung, die man spaetestens nach 24 Stunden ununterbrochenem Bahnfahrens annimmt und die jegliches Stressgefuehl sofort untergraebt. Ich hasse zwar mittlerweile wunderschoene Birkenwaelder, aber damit kann ich leben. Ein paar
Impressionen aus Moskau, Transsib und Irkutsk gibt es auch schon - wer mehr Details haben will dem kann ich gerne private Fotosets zusammenstellen.
Ich bin jetzt gerade in Irkutsk angekommen und man merkt sehr schnell, dass man nicht mehr in Europa ist. Spaeter treffe ich mich mit einer russischen Bekannten, Mascha, und plane meinen weiteren Trip. In den Sueden zum heiligen Vater
BaikalLiebe Gruesse aus Irkutsk, mehr gibt es in den naechsten Tagen. Und bitte weiterhin kommentieren, es ist gut von euch zu hoeren.
Flo auf Reisen